Bündnis gegen Homophobie

Bündnis gegen Homophobie

Das Bündnis gegen Homophobie ist ein Zusammenschluss relevanter gesellschaftlicher Organisationen und Institutionen aus den Bereichen Sport, Kultur und Wirtschaft.
Ziel des Bündnisses ist es, gemeinsam jeglicher Form von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung entgegenzutreten und ein Zeichen zu setzen für Anerkennung und Respekt gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern.

Kampagne des Bündnisses gegen Homophobie 2016

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Die Kampagne 2016 „Endlich gerettet! Aber auch frei?“ wurde am 1. Juli der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit der dreisprachigen Kampagne (mit deutschem, englischem und arabischem Text) soll für die Rechte und die Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender Flüchtlingen geworben werden. Wir bedanken uns bei unserem Bündnispartner WALL AG für die Bereitstellung von 1.000 Werbeflächen (CLP und Digitalflächen) sowie der Agentur HELDISCH für die Erstellung der Kampagne.

Die Sensibilisierungskampagnen der vergangenen Jahre finden Sie unten.

 

Aufruf des Berliner Bündnisses gegen Homophobie

Anerkennung und Respekt für gleichgeschlechtliche Lebensweisen

Homophobie ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Sie zu bekämpfen, ist die Pflicht der ganzen Gesellschaft. Die Unterzeichner dieses Aufrufes sind sich einig, dass Homophobie nicht tatenlos hingenommen werden darf. Wir wollen der verbreiteten Homosexuellenfeindlichkeit gemeinsam entgegentreten. Deswegen haben wir uns im „Berliner Bündnis gegen Homophobie“ zusammengeschlossen.

Homophobie ist eine soziale, gegen nicht-heterosexuelle Menschen gerichtete Feindseligkeit. Es handelt sich um eine irrationale, sachlich nicht begründete, Aversion gegenüber homosexuellen, bisexuellen und transidenten Menschen und ihren Lebensweisen. Homophobie hat viele Facetten und Ausdrucksformen: Diskriminierung, Ausgrenzung und Benachteiligung, Beleidigung, Mobbing, Körperverletzung und Sachbeschädigung, Verschwörungstheorien, Hassparolen und Hetzartikel.

Die Unterzeichner sind zutiefst beunruhigt über den hohen Verbreitungsgrad homosexuellenfeindlicher Einstellungen. Besonders besorgniserregend ist es, dass Homophobie auch unter jungen Menschen weit verbreitet ist. Auf Schulhöfen gehört „schwule Sau“ heute wieder zu den meistbenutzten Schimpfwörtern.

Homophobie senkt die Schwelle zur Gewaltanwendung. Beleidigungen, Pöbeleien und gewalttätige Übergriffe gehören auch heute noch zu den Alltagserfahrungen vieler Homosexueller. Von einem hohen antihomosexuellen Gewaltpotential zeugt auch, dass das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ein Jahr nach seiner Einweihung bereits drei Mal beschädigt wurde.

Homophobie geht uns alle an. Denn Homophobie ist ein Angriff auf die Grundwerte unserer Gesellschaft. Die Berliner Verfassung gebietet, dass kein Mensch aufgrund seiner sexuellen Identität benachteiligt werden darf – ebenso, wie sie die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Abstammung, der Rasse, der Sprache, der Heimat und der Herkunft, des Glaubens und der religiösen oder politischen Anschauungen verbietet. Wir wollen, dass die Verfassungswirklichkeit für Homosexuelle in Berlin auch zur Lebensrealität wird. Bei der Freiheit des Einzelnen und dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung dürfen in einer demokratischen Gesellschaft keine Abstriche gemacht werden.

Wir, die Unterzeichner dieses Aufrufes, verpflichten uns, im Alltag jeglicher Form von Diskriminierung entgegenzutreten. Wir engagieren uns für Anerkennung und Respekt gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Unser Ziel ist ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen Homophobie, das Hass und Intoleranz offensiv entgegentritt und die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen fördert.

Mitglieder

Aktuell gehören dem Bündnis 101 Organisationen und Unternehmen an. Zuletzt eingetreten sind die Stromnetz Berlin GmbH, die bbw Hochschule, die Qbe Mobile Hotels GmbH, der FSV Hansa 07 Berlin e.V., die weißensee berlin kunsthochschule, die Getränke Nordmann GmbH, der SV Empor Berlin e.V., die Schalldruck Veranstaltungstechnik GmbH sowie das Hotel Almodóvar.

Wenn auch Sie mit Ihrem Unternehmen Mitglied des Bündnis werden wollen, nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf!

Übersicht aller Mitglieder

Geschichte

Am 23. September 2009 wurde im Roten Rathaus das Berliner „Bündnis gegen Homophobie“ gegründet. Als Erstunterzeichner haben sich in dem Bündnis 24 relevante gesellschaftliche Organisationen, Institutionen und Unternehmen zusammengetan, um ein klares Zeichen zu setzen gegen Homosexuellenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt.

An der Gründungsveranstaltung nahmen neben Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit u.a. Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch, der Vorsitzende der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Michael Joachim, und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, teil. Initiator des Bündnisses ist der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. Dem Bündnis gehören u. a. die Deutsche Bank und die SAP AG, die Akademie der Künste und die Deutsche Oper, der Deutsche Fußball-Bund e.V. und Hertha BSC, der Landessportbund und der Deutsche Gewerkschaftsbund an.

Mittlerweile zählt das Bündnis gegen Homophobie über 100 Unternehmen, Organisationen und Vereinigungen aus Berlin zu seinen Mitgliedern.

Die Bündnistreffen

Zweimal pro Jahr treffen sich die Mitglieder des Bündnisses gegen Homophobie: Das erste Treffen – meist im Frühjahr/Sommer – ist eher ein Arbeitstreffen; hier werden z.B. der Themenschwerpunkt des Jahres diskutiert und die Kampagne vorgestellt. Demgegenüber steht das zweite Treffen am Ende des Jahres ganz im Zeichen der alljährlichen Respektpreisverleihung.

Jahresberichte

buendnisreport_2015    Bündnisreport 2014    Bündnisreport 2013Bündnisreport 2012    Report2011

Kampagnen

Mit einer gemeinsamen Sensibilisierungskampagne setzen die Bündnismitglieder jährlich ein sichtbares Zeichen gegen Homophobie in der Gesellschaft und stärken die Akzeptanz für gleichgeschlechtliche Lebensweisen.

Kampagne 2015

VäterMütter

„Bei uns geht’s auch nicht anders zu“

Die A2-Plakate können kostenfrei in der Geschäftsstelle des LSVD in der Kleiststraße 35 in Berlin-Schöneberg abgeholt werden. Bitte kontaktieren Sie uns vorher: berlin@lsvd.de oder Tel. 030 – 22 50 22 15.

Weitere Informationen zum diesjährigen Kampagnenthema Regenbogenfamilien finden Sie unter: www.regenbogenfamilien.de

Kampagne 2014

„Für eine Fußbalkultur – so tolerant wie Berlin.“

Ganz im Zeichen des WM-Sommers 2014 lautete das Motto der Kampagne im vergangen Jahr: „Wir möchten, dass Homosexualität im Fußball mindestens so normal wird wie in der Hauptstadt von Deutschland.“

Kampagnenplakat 2014 herunterladen (pdf, 745.48K)
Bündnisreport 2014 herunterladen (pdf, 5,6M)

Kampagne 2013

BGH Kampagne 2013

„Von Berlin aus startete eine schwarze Zeit. Aber auch die bunteste Bewegung, die es je gab“.

Kampagnenplakat 2013 herunterladen (jpg, 1.31M)

Kampagne 2012

Kampagne2012

„Hassan ist Schwul. Gül ist lesbisch. Sie gehören zu uns, jederzeit!“

Neben einer Wall-Citylightkampagne, die bereits erfolgreich in der Berliner Öffentlichkeit mit über 1.000 Plakaten gestartet wurde, folgte im November/Dezember 2012 eine auf den Motiven der diesjährigen Kampagne aufbauende, mehrsprachige Flyer-Aktion. Das Thema „Homosexualität und Migrationshintergrund“ wird auf den Flyern „Hassan ist Schwul. Gül ist lesbisch. Sie gehören zu uns, jederzeit!“ abgebildet und setzt dem Themenschwerpunkt „Menschen mit Migrationshintergrund“ entsprechend den Fokus auf Kreuzberg und Neukölln. Um ein möglichst breites Spektrum zu erreichen, sind die Flyer neben Deutsch, Türkisch und Arabisch auch auf Englisch und Französisch verfasst.

Plakat “Gül ist lesbisch” herunterladen (pdf, 2.02M)
Plakat “Hassan ist schwul” herunterladen (pdf, 1.29M)

Kampagne 2011

Kampagne2011

„Ich bin lesbisch. Ich bin schwul. Und Berlin steht hinter mir!“

Plakat „Ich bin lesbisch“ herunterladen (jpg, 2.20M)
Plakat „Ich bin schwul“ herunterladen (jpg, 2.20M)

Respektpreis

Seit 2010 verleiht das Bündnis gegen Homophobie jährlich den Respektpreis und würdigt damit das herausragende Engagement für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) durch eine Person oder Einrichtung aus der Mitte der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft.

Die Mitglieder des Bündnisses entscheiden stets mit einfacher Mehrheit, wer den Respektpreis erhalten soll. Dieses Jahr stimmten sie mit deutlicher Mehrheit für den jungen Aktivisten Nasser El-Ahmad: Der Sohn einer libanesischen, streng muslimischen Familie, hat sich erfolgreich gegen die Unterdrückung durch seine Verwandten gewehrt. Durch den offensiven Umgang mit seiner Entführung ins Ausland hat er in einer breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit für die schwierige Situation schwuler Männer in muslimischen Familien geschaffen.

Unter den jährlich in Berliner Beratungsstellen bekannt werdenden Fällen von versuchter Zwangsverheiratung befinden sich auch lesbische und schwule Opfer. Aus Furcht vor drohender Gewalt in ihren eigenen Familien, für die Homosexualität völlig inakzeptabel ist, halten viele Betroffene ihre sexuelle Orientierung geheim. Mit seinem erfolgreichen Widerstand gibt El-Ahmad Beispiel und Ermutigung für viele betroffene junge Männer und Frauen, holt sie aus der Anonymität und der Isolierung und setzt unter großer persönlicher Gefahr ein unübersehbares Zeichen gegen Homophobie und Transphobie.

Senatorin Dilek Kolat überreichte El-Ahmad die Auszeichnung am 2. Dezember im Rahmen des Bündnistreffens im Radisson Blu Hotel. Unterstützt wurde die Preisverleihung neben dem Radisson auch vom langjährigen Bündnismitglied Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).

Senatorin Dilek Kolat und Projektleiter Daniel Gollasch überreichen den Respektpreis 2015 an Nasser El-Ahmad (Foto: Tatjana Meyer)

Presse

Aktuelle Meldungen vom LSVD Berlin-Brandenburg zum Bündnis gegen Homophobie