Kritische Begleitung des Konzerts von Elephant Man

LSVD und YAAM tauschen sich über den Umgang mit Homo- und Trans*phobie in der Musik aus

Anlässlich des heutigen Konzerts von Elephant Man im YAAM trafen sich am vergangenen Montag Vertreter*innen des LSVD und des YAAM, um über den Umgang mit Homo- und Trans*phobie in der Musik zu sprechen. Bei dem Gespräch war auch die Topline Events als Veranstalter des Konzerts dabei.

Als einer der größten subkulturellen Veranstaltungsorte von und für people of color in Berlin und Deutschland bietet das Young African Art Market (YAAM) einem breiten Publikum für Hip Hop, Reggae und Dancehall einen wichtigen Raum. Genres, die oft mit Homophobie, Trans*phobie, Frauenfeindlichkeit und anderen Diskriminierungsformen zu kämpfen haben. Ausgrenzung und Hass darf jedoch kein Raum geboten werden. Daher hat das YAAM selbstverpflichtend seit 2019 eine Charta gegen Diskriminierung https://www.yaam.de/yaam-awareness/, die alle Künstler*innen und Promoter*innen vor einer Show unterschreiben müssen. Des Weiteren werden Konzerte bei Verstoß abgesagt oder abgebrochen. Künstler*innen, die weiter homo- und trans*phobe Texte verwenden und zu Gewalt aufrufen, erhalten ein generelles Auftrittsverbot. Damit will das YAAM Hassbotschaften keine weitere Bühne mehr geben und einen Beitrag zu einem positiven Wandel und Diskurs innerhalb der Musikszene leisten.

Der LSVD Berlin-Brandenburg hat sich mit dem YAAM dazu entschlossen, diesen schwierigen Weg konstruktiv und kritisch zu begleiten. So konnte unter anderem die Respect Gaymes Party 2018, das Public Viewing Event „Football is Female“ zur Fußball-WM 2019 der Frauen und ein Filmscreening von „Queer Lives Matter“ in Zusammenarbeit mit dem LSVD im YAAM stattfinden. Weitere Events sind für 2020 geplant.

Sowohl das YAAM als auch der Veranstalter haben zugesichert, dass der Künstler Elephant Man die Charta unterschrieben und verstanden hat. Zuletzt hatte der Künstler sich von dem Song „Log On“ und den homophoben Aussagen des Songs distanziert und nach Auskunft des Veranstalters auch nicht mehr gespielt.

Der LSVD wird bei dem heutigen Konzert anwesend sein. Wir werden den Auftritt genau verfolgen und darauf achten, dass es sowohl vom Künstler als auch vom Publikum zu keinen Hassbotschaften kommt. Wir vertrauen darauf, dass der Veranstalter und das Awareness Team des YAAM bei Vorkommnissen entsprechend ihrer Selbstverpflichtung reagieren.